Naturschutz Wald Naherholungsgebiet Ruine Gösting
Naturschutz Wald Naherholungsgebiet Ruine Gösting
"Skandalweingarten Graz"
"Skandalweingarten Graz"

Mitten im Landschaftsschutz- Schutzwald- Wasserschon- und Naherholungsgebiet wurde 1 ha Schutzwald gerodet zum Zwecke einer Monokultur!

...und es werden chemische Schädlingsbekämpfungs- und Unkrautvertilgungsmittel (gegen Pilze: Basfoliar und gegen Unkraut: Roundup) im größeren Ausmaß verwendet!!!

 

Natürlich ist auf Grund der großflächigen Ausbringung der Pestizide auch das Umfeld außerhalb des Zaunes mit Pestiziden belastet.

 

Unser Wald ist keineswegs in guten Händen,  er ist in den Händen von Interessensgruppen, die unverfroren und skandalös zugleich, nur in der Dimension von ausschließlich wirtschaftlichem Nutzen agieren.

Am Ruinenberg wurde herrlicher alter Wald eigenmächtig und ohne jeglichen Konsens mit bestehenden Rechten, in unfassbarer Weise sogar Schutzwald, durch rücksichtslosen Eigennutz und Machtgehabe zerstört.

Unter Verdrehung nachweislicher Fakten, dem Ignorieren naturschutzbezogener Gutachten und der Bürgermeinung wurde ein Status im Nachhinein geschaffen, der rechtswidriges Vorgehen für rechtens erklärt.

Ungeachtet auch des natürlichen Nutzens des Waldes als Schutzwald, Staubfilter und Naherholungsgebiet, ungeachtet der Gefährdung des Grundwassers durch Monokulturen  (Weinbau) mit Einsatz von Pestiziden.

Eine Landesregierung und die zuständigen Beamten, die diesem ausbeuterischen, widerrechtlichen Umgang mit Natur mit fragwürdigen Rechtsprechungen, Bescheiderstellungen,  die auch gegen die Bescheide der Stadt agieren, Vorschub leisten,

haben jeden Respekt und das Vertrauen der Wähler verwirkt.

 

Mit haarsträubenden und verwirrenden Argumenten und „fraglicher Beweiswürdigung bzw. Rechtsanwendung“ versuchte das Landesverwaltungsgericht (früher UVS) den konsenslos errichteten Weingarten bei der Ruine Gösting zu legalisieren.

Die Stadt Graz hat gegen das „Erkenntnis“ des LVWG (Landesverwaltungsgericht) beim Verwaltungsgerichtshof (Höchstgericht) die „ordentliche Revision“ eingebracht.

 

Der Bescheid der Stadt Graz, unterzeichnet von Bürgermeister Nagl, worin der Eigentümer

verpflichtet wurde, statt Weinstöcken wieder Bäume zu pflanzen, „wird ersatzlos behoben“, so das LVWG.

 

Die „Entscheidungsgründe“ dafür lesen sich wie ein Roman über gute Freundschaft:

 

1.   Graz Tourismus sei Mitglied im Verein Steirisches Weinland und würde sich freuen, wenn es gelingen würde, in Graz einen Weingarten anzulegen. Dass dafür im Landschaftsschutzgebiet ein Hektar Wald gerodet wurde, wird nicht erwähnt.  

2.   Es bestehe „außerordentliches öffentliches Interesse“ an diesem Weingarten. Tatsächlich besteht das öffentliche Interesse darin, dass es innerhalb von 3 Wochen bereits etwa 1000 Unterschriften gegen(!) den Weingarten gab. Dass die Touristen in Scharen Weingarten schauen kommen, glaubt wohl niemand.

3.   Es wird behauptet, dass der „Erholungswert“ in der Region positiv beeinflusst werde. Tatsächlich fühlen sich Wanderer am Ruinenweg (Fahrverbot ausgenommen Anrainer) durch die Maschinen und Arbeiten im Weingarten eher gestört als positiv beeinflusst.   

4.   Der Weinbaudirektor habe in einer Stellungnahme den Weingarten mit seiner südwestlichen Lage als bestens geeignet erachtet. Dieser Lagebericht ist falsch, denn jeder Laie kann erkennen, dass der konsenslos angelegte Weingarten südöstlich liegt. Was Werbung für diesen Weingarten in einer Urteilsbegründung zu tun hat, ist so manchem Laien und Juristen schleierhaft.

5.   Die Einnahmen aus dem Weingarten würden auf Dauer über den Ausgaben liegen und die Agrarstrukturverbesserung liege ebenfalls im öffentlichen Interesse(!) – das liest man als Begründung in einem naturschutzrechtlichen Verfahren. Beeinflussen wirtschaftliche Interessen ein naturschutzrechtliches Verfahren?

6.   Das Steiermärkische Naturschutzgesetz sei nicht anzuwenden, da es sich um eine landwirtschaftliche Nutzung handle. Die Stadt Graz in ihrer Revision beruft sich richtig darauf, dass es sich um ein Landschaftsschutzgebiet bzw. Europaschutzgebiet handle und die entsprechende Verordnung bis heute unverändert gilt.

7.   Durch die Rodung würde es zu keinen Hangrutschungen kommen, sei die Aussage von Sachverständigen. Tatsächlich wurde ein Haus in der Thalstrasse von einer Schlammlawine schwer beschädigt, insgesamt achtmal gab es Vermurungen in der Thalstrasse. Der Steuerzahler musste für die Reinigung aufkommen bzw. leistete der Katastrophenfonds Schadenersatzzahlungen (auch das sind Steuergelder).

8.   In einem in Auftrag gegebenen Gutachten stehe, dass die Natur nicht geschädigt, sondern vielfältiger gestaltet worden sei und das Landschaftsbild verbessert worden sei. In Wahrheit klafft der Weingarten inmitten von Wäldern, sichtbar vom Schlossberg und auch von Gösting, wie ein Loch in der Landschaft.

      Und wie blind Justitia ist, hat das LVG deutlich unter Beweis gestellt: Trotz umfangreichsten Bilddokumentationen von massiven Erdbewegungen  mit Niveauänderungen bis zum Abschremmen einer Felskuppe hat das LVG die konsenlose Vorgehensweise ignoriert und diesbezüglich keinerlei Beweisführung angestellt. Dass Justitia jegliche Sehkraft fehlt, ist in dem Erkenntnis des LVG nachzulesen.

9.   Dem Eigentümer könne nicht verboten werden, dass er nach dem Kahlschlag und der Rodung den Weingarten nutzen wolle, somit sei es unerlässlich, solche Flächen in landwirtschaftliche umzuwandeln. Wiederum steht wirtschaftliches Einzelinteresse vor Gesamtinteresse.

10.    Damit sei unter anderen auch der Einsatz von Pestiziden zu genehmigen?? Dass es sich um ein Wasserschongebiet handelt wird nur gestreift und darauf verwiesen, dass das Wasserwerk Andritz weit entfernt sei und der Thalbach erst weiter entfernt in die Mur münde. – Dass aber die Spritzmittel ins Grundwasser sickern und dessen Verlauf nicht zu eruieren ist und dass man sogar in Mineralwässern, die aus tiefst gelegenen Erdschichten kommen, Herbizide und Pestizide festgestellt hat (TV-Reportage) scheint kein Thema zu sein, denn:

11.   Fettgedruckt ist in der Urteilsbegründung zu lesen: „Bauten und Anlagen, die für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung unerlässlich sind, bedürfen jedenfalls keiner Bewilligung“. Ob für den Eigentümer die landwirtschaftliche Nutzung „unerlässlich“ ist oder ob es sich um ein Hobby handelt, dass mit Umweltgefährdung (Spritzmittel) einhergeht, fragt sich nicht nur die “Bürgerinitiative Naherholungsgebiet Gösting.

12.   Diese und auch rund 100 Personen, die im betroffenen Gebiet  ihr Trinkwasser über eine Wassergenossenschaft beziehen, haben die berechtigte Sorge, dass auch ein noch ausstehendes Wasserrechtsverfahren mit  solchen fadenscheinigen Argumenten abgewürgt wird.

     

„Auch die Volksanwaltschaft hat schon vor einem Jahr „Missstände“ in dieser Causa festgestellt, auch diese wurden in der Urteilsbegründung vom LVWG ignoriert. 

 

 

Politik, Land Steiermark, Landwirtschaftskammer, Weinbauverband und Tourismus Graz sind begeistert!!

Im Sinne der Wirtschaft und des Wachstums !!

  • Im Sinne von Zerstörung - ohne Rücksicht auf Verluste!!
  • Ohne Rücksicht auf die Unterlieger  - 10.000m² Schutzwald gerodet!!
  • Ohne Rücksicht auf Wanderer Sparziergeher und Schulklassen, auf Erholungssuchende und Anrainer werden wir in Zukunft Pestizide atmen und trinken!

Die Zerstörung natürlicher Lebensräume:

Nach den Erkenntnissen der ökologischen Forschung hängt der Artenreichtum eines Lebensraums direkt von seiner Fläche ab. Wird ein Lebensraum durch menschliche Aktivitäten, beispielsweise durch Waldrodung, verkleinert, verliert er einen Teil seines Artenbestands.

 

Die anhaltende Verstädterung in der Agglomeration führt zu einem zunehmenden Verlust an Freiflächen. Damit steigt die Bedeutung der stadtnahen Landschaft als Naherholungsraum für die städtische Bevölkerung.

 



Waldluft ist würzig. Waldluft ist frisch, ist rein. Gesund und herb, kräftigend und herrlich. Sie ist Sehnsucht und Markenzeichen, Wirtschaftsfaktor und Heilsversprechen. Wirtshäuser und Kurorte schmücken sich damit. Wanderer, Jogger und Fahrradfahrer saugen sie gierig ein. Zu hunderten, tausenden, ja zu Millionen. Statistisch gesehen wird jeder Hektar Wald in Deutschland mindestens 168-mal im Jahr betreten. Am Rand der Metropolen können das allerdings auch 1 000 Besuche pro Jahr und Hektar werden. Die Luft wird gesucht und genossen. Wer nicht ins Grüne kann, greift zum künstlichen Waldaroma: Fichtennadelspray und Latschenkieferöl sollen eine Illusion vom Forst beschwören. Und Ionen-Luftfilter versprechen, Waldluft selbst in die kleinste Stadtwohnung zu zaubern. Keine Frage: Waldluft gilt als ein Maß für Gesundheit. Doch was macht sie eigentlich so gesund? Ein Wunderstoff findet sich jedenfalls nicht in der Luft zwischen Moos und Zweig. Im Gegenteil: Der bloße Cocktail, der in ihr herum schwirrt, scheint es gerade nicht zu sein: Da lassen sich Terpene nachweisen, Ammoniak, Lachgas, Ozon ... Nicht unbedingt Stoffe, die Vertrauen erwecken. Es ist vielmehr der Mix aus meteorologischen, strukturellen und chemischen Eigenschaften, der Schadstoffe abfängt und aus dem Wald eine gigantische Klimaanlage macht.

Zunächst ist Waldluft schlicht ein Nebenprodukt der Holzproduktion, jedenfalls mit Försteraugen betrachtet. Vom Ökosystem aus gesehen, gehört sie einfach zum Wachstum der Bäume dazu. Die kleinen Buchen, Eichen, Fichten, Tannen oder Douglasien wachsen und streben zum Himmel. Aus Kohlendioxid, Wasser, Sonnenlicht und einer Prise Mineralien und Spurenelementen konstruieren sie Wurzeln, Stämme, Kronen, Blätter und Nadeln. Nach einigen Jahrzehnten bilden sie ein dichtes, grünes Dach. Von unten betrachtet liegt zwischen Baumspitzen und Waldboden eine gut 20 Meter breite Luftschicht. „Hier kann sich ein so genanntes Innenklima ausbilden“, erklärt Annette Menzel, Professorin für Ökoklimatologie an der Technischen Universität München. Es ist feuchter als in der Umgebung und wesentlich kühler. Jeder, der schon einmal in einem Forst spazieren war, spürt das. „Die Bäume bremsen den Wind, spenden Schatten und verdunsten viel Wasser.“ Dafür wird Energie verbraucht und die Temperatur sinkt. Diese so genannte Verdunstungskälte erfrischt den schweißgebadeten Wanderer und sie nutzt auch der Jagdhund, wenn er mit heraushängender Zunge hechelt. Der Wald schwitzt in weit größerem Maßstab: Eine ausgewachsene Buche verdunstet über ihre Blätter rund 400 Liter pro Tag.

Aber die transpirierenden Pflanzen sind es nicht allein, die das Waldklima ausmachen. Wald ist ein gewachsener Sonnenschutz. Unter dem Dach der Kronen erreicht kaum ein Strahl den Boden, alles Leben spendende Licht wird vom Blattgrün aufgesaugt. Gerade einmal zwei Prozent der ursprünglichen Lichtmenge schafft den Weg durch die Schichten eines dichten Mischwaldes. Der Untergrund erwärmt sich nur behutsam unter so einem Schirm. Manchmal ist es richtig finster. Und ruhig, denn nicht nur die Sonne, auch der Wind zerzaust vielleicht gerade noch die Kronen, aber lässt den Hut der Wanderer in Ruhe. Die Oberfläche eines Waldes ist rau und der tief gestaffelte Waldsaum nimmt jedem Lüftchen den Schwung. Nur ein Zehntel bis ein Drittel des Windes kommt tatsächlich im Inneren des Waldes an. Von der natürlichen Klimaanlage haben aber nicht nur Förster, Pilzsammler und Freizeitsportler etwas: Dank der grünen Gürtel können viele Städte richtig aufatmen und „cool“ bleiben. Bis zu zehn Grad macht der Unterschied zwischen München und den umliegenden Wäldern aus. Sehr angenehm für jeden, der aus der Stadt flüchtet in heißen Sommern. „Und nicht nur das: Das Klima ist übers ganze Jahr und über jeden einzelnen Tag ausgeglichener“, sagt Annette Menzel, „denn nachts kühlt es nicht so stark ab.“ Die kurzwellige Strahlung findet tagsüber kaum den Weg in den Wald, die langwellige Wärmestrahlung findet vor allem nachts nicht so schnell wieder heraus. „Im Kleinen ist dieser Effekt schon im Biergarten zu beobachten: Die großblättrigen Linden und Kastanien spenden Schatten, kühlen so am Tag und gleichzeitig halten sie die Wärme abends länger.“ Mit Spezialkameras kann man die positive Wirkung sogar sichtbar machen. Auf Wärmebildern werden Wälder blau dargestellt, im Sommer sind sie regelrechte Kälteinseln, von denen die roten, heißeren Städte profitieren. Die kühle Luft aus dem grünen Forst fließt in die aufgeheizten Häuserzeilen ab. Selbst im Winter ist das Klima im Wald noch behaglich, weil die Kraft des Windes ganzjährig gebrochen wird.

Text: Peter Laufmann (Der Textauszug stammt aus dem Magazin der Bayerischen Staatsforsten Nr. 2)

 

Missstands-

feststellung des Kollegiums der Volks-anwaltschaft!

Dezember 2013

 
Die Mitglieder der Volksanwaltschaft haben wegen der Erteilung einer Rodungsbewilligung durch den Landeshauptmann der Steiermark in Ihrer kollegialen Sitzung einstimmig beschlossen, dass die Erteilung einer Rodungsbewilligung durch den Landeshauptmann der Steiermark einen Missstand in der Verwaltung gemäß
Art. 148a B-VG darstellt!!

Naturschutz (ist ein) Teilgebiet des Umweltschutzes. (Harald Plachter, Ökologe-1990)



Unter Naturschutz verstehen wir Arten-, Biotop-und Landschaftsschutz. (Uta Eser, Biologin-1998)



Naturschutz ist auch Gesundheitsschutz. (Franz August Emde, Dipl.Forstwirt u. Journalist-2003)





Naturschutz ist kein Luxus, Naturschutz ist eine Zukunftsaufgabe.
(Horst Köhler, Bundespräsident(1943)-2006)

Naturschutz ist keine Angelegenheit des rechnenden Verstandes, sondern nur mit Herz und Seele zu erfassen. (Heinrich Wilkens, Jurist-1939)

Der Naturschutz will der heimatlichen Natur die Reichhaltigkeit und Schönheit bewahren.
(Konrad Günther, Naturwissenschaftler-1910)